Bodenbeschichtung

OS 8 oder OS 11: das richtige System für Tiefgarage und Parkdeck

OS 8 oder OS 11? Die Antwort hängt davon ab, ob sich Risse in Ihrer Fläche bewegen. Hier sehen Sie, welches System auf Bodenplatte, Rampe und Parkdeck gehört.

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Wer ein Leistungsverzeichnis für eine Tiefgarage liest oder Angebote vergleicht, stößt schnell auf die Kürzel OS 8 und OS 11. Beide stehen für Oberflächenschutzsysteme, die befahrenen Beton vor Wasser, Tausalz und Abrieb schützen. Sie sind aber für unterschiedliche Flächen gemacht. Wird das falsche System gewählt, reißt die Beschichtung auf einer bewegten Decke oder es wird Geld für eine elastische Schicht ausgegeben, die auf einer ruhenden Bodenplatte nichts bringt.

Auf dieser Seite geht es deshalb nur um die Systemwahl: worin sich OS 8 und OS 11 unterscheiden, welches System auf welche Fläche gehört und was der Untergrund dafür leisten muss. Wie eine Tiefgarage insgesamt beschichtet wird, beschreiben wir bei der Tiefgaragenbeschichtung.

OS 8 oder OS 11: der Unterschied in einem Satz

OS 8 ist starr und sehr verschleißfest, OS 11 ist rissüberbrückend und gibt nach, wenn sich der Beton darunter bewegt. Daraus ergibt sich fast die ganze Systemwahl. Eine Fläche ohne nennenswerte Rissbewegung braucht keine elastische Schicht, sondern vor allem Widerstand gegen Reifen und Lenkbewegungen. Eine Fläche, deren Risse sich mit Temperatur und Belastung öffnen und schließen, braucht ein System, das diese Bewegung mitmacht, ohne selbst zu reißen.

Ob sich Risse in Ihrer Fläche bewegen, hängt vor allem von der Lage ab. Eine Bodenplatte liegt auf dem Erdreich, bleibt gleichmäßig temperiert und bewegt sich kaum. Eine Decke, die frei über einer Ebene spannt, verformt sich unter Last. Eine Fläche unter freiem Himmel dehnt sich in der Sonne und zieht sich im Frost zusammen. Genau an diesem Unterschied entscheidet sich, ob OS 8 oder OS 11 das passende System ist.

OS 8: starr und verschleißfest für die Bodenplatte

OS 8 ist eine starre Beschichtung auf Basis von Epoxidharz. Sie wird auf den vorbereiteten Beton aufgebracht und mit Quarzsand abgestreut, das Ergebnis ist eine harte, fugenlose und sehr abriebfeste Oberfläche. Für die erdberührte Bodenplatte einer Tiefgarage ist das in der Regel die wirtschaftlichste Lösung. Sie hält dem täglichen Rangieren stand, verträgt Reifenabrieb und lässt sich gut reinigen.

Die Grenze von OS 8 liegt bei Rissen. Ein starres System kann einen Riss, der sich öffnet, nicht überbrücken. Es reißt an dieser Stelle mit, und Wasser findet wieder seinen Weg in den Beton. Auf einer Bodenplatte ohne Rissbewegung spielt das keine Rolle. Vorhandene ruhende Risse werden vor dem Beschichten verfüllt. OS 8 ist deshalb die richtige Wahl für innenliegende Flächen, auf denen die Belastung durch Verkehr im Vordergrund steht.

OS 11a und OS 11b: rissüberbrückend für bewegte Flächen

OS 11 ist für befahrene Flächen gedacht, deren Risse arbeiten. Das System ist elastisch eingestellt und überbrückt Risse, die sich unter Last oder bei Temperaturwechseln bewegen, ohne selbst aufzureißen. Gleichzeitig ist die Oberfläche verschleißfest und befahrbar. Das System gibt es in zwei Varianten.

  • OS 11a ist zweischichtig aufgebaut: Eine elastische Schwimmschicht übernimmt die Rissüberbrückung, darüber liegt eine verschleißfeste, abgestreute Deckschicht.
  • OS 11b ist einschichtig: Eine einzige elastische und zugleich verschleißfeste Schicht übernimmt beide Aufgaben.

Welche Variante passt, hängt davon ab, wie stark sich die Risse bewegen, welchen Temperaturen die Fläche ausgesetzt ist und wie stark sie befahren wird. Das legt das Instandsetzungskonzept fest. Beide Varianten werden fugenlos und rutschhemmend ausgeführt.

Welches System für Rampe, Zwischendeck und Oberdeck?

In einer Anlage kommen oft mehrere Systeme zusammen. Als Faustregel für die typischen Bauteile:

  • Bodenplatte auf dem Erdreich: in der Regel OS 8, weil sich der Beton kaum bewegt und der Verschleiß im Vordergrund steht.
  • Zwischendeck über einer weiteren Ebene: meist OS 11, weil die Decke sich unter Last verformt und Risse arbeiten.
  • Rampe: meist OS 11, weil Lenk- und Bremskräfte, Temperaturwechsel an der Einfahrt und Bewegungen am Übergang zusammenkommen. Mehr dazu unter Tiefgaragenrampe sanieren.
  • Frei bewittertes Oberdeck oder Parkdeck: OS 11, weil Sonne, Frost und Regen die stärksten Bewegungen erzeugen.
  • Stützen, Wände und Deckenunterseiten ohne Befahrung: OS 4 oder OS 5b.

Sieht das Konzept eine Abdichtung unter einer zusätzlichen Schutz- oder Deckschicht vor, kommt OS 10 infrage. Wie Parkebenen in Parkhäusern geschützt werden, erklären wir bei der Parkhausbeschichtung. Eine ausführliche Übersicht über alle Systeme bietet unser Beitrag Oberflächenschutzsysteme für Bodenbeschichtungen.

Rutschhemmend mit Quarzsandeinstreuung

Ob OS 8 oder OS 11: Eine befahrene Fläche muss auch bei Nässe und Schneematsch griffig sein. Dafür wird in die frische Schicht Quarzsand eingestreut. Nach dem Aushärten wird der überschüssige Sand abgekehrt und die Fläche mit einer Deckversiegelung geschlossen. Die Körnung des Sandes und die Menge der Versiegelung bestimmen, wie rau die Oberfläche am Ende ist.

Hier gilt es abzuwägen. Eine raue Oberfläche gibt Reifen und Fußgängern mehr Halt, ist aber schwerer zu reinigen und nutzt sich an Lenkstellen schneller ab. Fahrgassen und Rampen erhalten deshalb oft eine gröbere Einstreuung als Stellplätze oder Fußwege. Wir stimmen die Oberfläche auf die Nutzung der einzelnen Bereiche ab, sodass die ganze Anlage sicher befahrbar und trotzdem pflegeleicht bleibt.

Untergrund vorbereiten, damit das System hält

Das beste System hält nur auf einem tragfähigen Untergrund. Vor jeder Beschichtung entfernen wir Zementschlämme, lose Teile und Altbeläge, die nicht mehr fest haften, durch Kugelstrahlen oder Fräsen. Risse und Ausbrüche werden verfüllt oder reprofiliert. Ist der Beton durch Tausalz geschädigt, muss er vorher instand gesetzt werden, sonst rostet die Bewehrung unter der neuen Schicht weiter. Was dabei zu tun ist, beschreiben wir unter Betonschäden durch Tausalz.

Die Kennwerte des Betons bestimmt ein Sachverständiger oder ein Labor. HBS prüft den Untergrund vor Ort und setzt das Instandsetzungskonzept um. Die Vorbereitung übernehmen wir selbst, damit sie zum gewählten System passt. Das Gesamtpaket aus Betoninstandsetzung und Oberflächenschutz finden Sie bei der Tiefgaragen- und Parkdecksanierung. Für den Oberbelag bieten wir optional eine Gewährleistungsverlängerung auf 10, 15 oder 20 Jahre zum Festpreis an.

Kontakt

Sie sind unsicher, ob für Ihre Fläche OS 8 oder OS 11 passt? Schicken Sie uns Fotos der Flächen, Pläne der Anlage und, falls vorhanden, ein Gutachten oder Ihr Leistungsverzeichnis. Schreiben Sie dazu, ob es sich um Bodenplatte, Zwischendeck, Rampe oder ein frei bewittertes Deck handelt. Wir prüfen die Unterlagen, melden uns telefonisch und vereinbaren einen Termin vor Ort. Im Angebot weisen wir für jede Fläche das passende System getrennt aus. Wir arbeiten von unseren Standorten in Nürnberg, Ansbach und Kraichtal aus in Franken, der Oberpfalz, Oberbayern, Schwaben, Württemberg und Baden.

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Häufige Fragen

OS 11a oder OS 11b: worin unterscheiden sich die Varianten?

OS 11a besteht aus zwei Schichten: einer elastischen Schwimmschicht, die Risse überbrückt, und einer verschleißfesten Deckschicht darüber. OS 11b vereint beide Aufgaben in einer einzigen Schicht. Welche Variante passt, hängt von Rissbewegung, Temperatur und Verkehrsbelastung der Fläche ab und wird im Instandsetzungskonzept festgelegt.

Kann OS 8 auf einem Parkdeck im Freien liegen?

In der Regel nicht. Ein frei bewittertes Parkdeck dehnt sich in der Sonne und zieht sich im Frost zusammen, Risse bewegen sich dort deutlich stärker als in einer Tiefgarage. Ein starres System wie OS 8 würde an diesen Rissen mitreißen. Für Decks im Freien kommt deshalb ein rissüberbrückendes System nach OS 11 zum Einsatz.

Wie lange hält eine OS-Beschichtung?

Das hängt vor allem von der Verkehrsbelastung, vom Winterbetrieb und von der Pflege ab. Fahrgassen und Rampen verschleißen schneller als Stellplätze. Regelmäßige Reinigung und das frühe Ausbessern kleiner Schäden verlängern die Nutzungsdauer deutlich. Für den Oberbelag bieten wir optional eine Gewährleistungsverlängerung auf 10, 15 oder 20 Jahre an.

Wird eine alte Beschichtung vorher entfernt?

Lose, abgefahrene oder nicht mehr haftende Altbeläge entfernen wir vollständig durch Fräsen oder Kugelstrahlen. Haftet eine alte Beschichtung noch fest und passt sie zum neuen System, kann sie im Einzelfall angeschliffen und überarbeitet werden. Das entscheiden wir nach der Prüfung des Untergrunds vor Ort.

Wer legt fest, welches OS-System nötig ist?

Bei größeren Anlagen legt meist ein Planer oder Sachverständiger das System im Instandsetzungskonzept fest. Liegt ein Leistungsverzeichnis vor, kalkulieren wir danach. Gibt es noch kein Konzept, sagen wir Ihnen nach der Begehung, welches System für welche Fläche sinnvoll ist, und begründen das im Angebot.

Dürfen in einer Tiefgarage verschiedene OS-Systeme kombiniert werden?

Ja, das ist sogar üblich. Die Bodenplatte erhält oft OS 8, Rampe und Zwischendeck ein rissüberbrückendes OS 11, Stützen und Wände einen Schutz nach OS 4 oder OS 5b. Wichtig sind saubere Übergänge zwischen den Systemen, damit an den Grenzen kein Wasser eindringt.

Ist OS 11 immer die bessere Wahl, weil es mehr kann?

Nein. Auf einer ruhenden Bodenplatte bringt die Rissüberbrückung keinen Vorteil, kostet aber mehr. Dort ist das starre OS 8 meist die wirtschaftlichere und sehr verschleißfeste Lösung. Das bessere System ist immer das, das zur Bewegung und Belastung der jeweiligen Fläche passt.

Mit welchem Preis pro m² ist bei einer OS-Beschichtung zu rechnen?

Für die Beschichtung befahrener Flächen liegt die Orientierung bei ca. 50 bis 90 € pro m² netto auf einem tragfähigen Untergrund. Wo Ihre Fläche liegt, hängt von System, Größe, Zustand und Zugänglichkeit ab. Kommt eine Betoninstandsetzung hinzu, wird sie nach Menge kalkuliert. Verbindlich ist unser Angebot.