Industrieboden sanieren: Ausbrüche, Risse, alte Beschichtung
Ausgebrochene Fugen, Risse, Schlaglöcher in den Fahrwegen und eine alte Beschichtung, die sich löst: Wir sanieren Hallenböden im Bestand, statt neu zu betonieren. Gearbeitet wird in Abschnitten, damit Ihr Betrieb weiterläuft.
Ein Hallenboden arbeitet jeden Tag. Stapler, Hubwagen, Paletten und Reinigungsmaschinen hinterlassen über die Jahre ihre Spuren: ausgebrochene Fugenkanten, Risse, Schlaglöcher in den Fahrwegen und eine alte Beschichtung, die sich in Schollen ablöst. Neu betonieren heißt Abbruch, wochenlanger Stillstand und hohe Kosten. In den meisten Fällen geht es anders. Wir sanieren Industrieböden im Bestand: alte Schichten runter, Schäden reprofilieren, Fugen erneuern und eine neue Beschichtung auftragen, die zur heutigen Nutzung passt. Vorbereitung und Beschichtung kommen aus einer Hand, mit einem Ansprechpartner für die ganze Halle.
Industrieboden sanieren: typische Schadensbilder
Wer durch eine ältere Halle geht, sieht meist dieselben Muster. Entlang der Fugen platzen die Kanten ab, weil die Räder der Stapler dort bei jeder Überfahrt anschlagen. In den Hauptfahrwegen ist die Oberfläche abgefahren, der Beton staubt und die Zuschläge liegen frei. Alte Beschichtungen lösen sich dort, wo Feuchte, Öl oder eine mangelhafte Vorbereitung im Spiel waren. Dazu kommen Risse aus dem Schwinden des Betons und an Toren und Ladezonen Schäden durch Wasser und Tausalz, das im Winter mit den Fahrzeugen hereinkommt.
Für die Sanierung ist entscheidend, welche Schäden nur an der Oberfläche sitzen und welche tiefer gehen. Oberflächliche Schäden lassen sich mit Abtrag, Reprofilierung und neuer Beschichtung dauerhaft beheben. Ist die Bodenplatte selbst gebrochen, abgesackt oder nicht mehr tragfähig, braucht es einen Fachplaner. Das sagen wir Ihnen nach der Begehung offen, bevor Geld in eine Beschichtung fließt, die das eigentliche Problem nicht löst.
Alte Beschichtung entfernen: Fräsen und Kugelstrahlen
Eine neue Schicht auf eine lose alte zu legen, bringt nichts, sie reißt mit ab. Altbeschichtungen, die nicht mehr fest haften, entfernen wir deshalb vollständig. Dünne Schichten und verschmutzte Oberflächen bearbeiten wir mit dem Kugelstrahlgerät. Stahlkugeln tragen die obere Schicht ab, es entsteht eine raue Oberfläche, auf der die Grundierung greift, und das Strahlgut wird direkt wieder aufgenommen. Dickere Beläge, alte Ausgleichsschichten oder ölgetränkten Beton fräsen wir ab. An Wänden, Stützen und Maschinenfundamenten, wo die großen Geräte nicht hinkommen, wird geschliffen.
Alle Maschinen arbeiten mit Absaugung, der Staub bleibt damit in der Anlage und nicht in Ihrer Produktion. Mehr zu den Verfahren finden Sie unter Untergrundvorbereitung und Sandstrahlen und Beton abtragen. Ob eine fest haftende Altbeschichtung bleiben und überarbeitet werden kann, entscheiden wir nach ihrem Zustand und danach, ob das neue System dafür freigegeben ist.
Risse und Fugen fachgerecht schließen
Riss ist nicht gleich Riss. Ruhende Risse, die sich nicht mehr bewegen, werden aufgeweitet und mit Harz kraftschlüssig verfüllt, sodass die Platte dort wieder zusammenwirkt. Risse, die noch arbeiten, behandeln wir wie eine Fuge, sonst reißt die neue Beschichtung genau darüber wieder auf. Wo der Beton tiefer gerissen ist, kann Verpressen sinnvoll sein. Wie das funktioniert, beschreibt unser Beitrag Risse im Beton verpressen.
Bei Fugen ist der Verlauf fast immer gleich: Die Kanten brechen aus, die Fugenmasse fehlt, Schmutz und Wasser dringen ein und der Schaden wandert weiter. Wir schneiden ausgebrochene Kanten sauber nach, bauen sie mit belastbarem Mörtel oder Harz neu auf und schließen die Fuge wieder elastisch. An stark befahrenen Fugen besprechen wir mit Ihnen einen Kantenschutz, damit die Räder nicht mehr auf eine offene Betonkante treffen.
Ausbrüche und Kiesnester reprofilieren
Schlaglöcher in Fahrwegen, Abplatzungen an Toren und Kiesnester, in denen der Beton nie richtig verdichtet war, sind Stolperstellen und für Stapler mit kleinen, harten Rädern ein echtes Problem. Jeder Schlag auf eine Kante vergrößert das Loch. Wir stemmen lose Bereiche bis auf festen Beton aus, reinigen die Fläche und bauen sie mit Instandsetzungsmörtel oder Harzmörtel wieder auf. Wo eine Fläche schnell wieder befahren werden muss, wählen wir Material, das rasch belastbar ist.
Danach wird die gesamte Fläche so ausgeglichen, dass die neue Beschichtung gleichmäßig aufliegt. So entsteht ein ebener, geschlossener Boden, auf dem Räder ruhig laufen, Ware nicht mehr springt und der Reinigungsautomat sauber arbeitet. Welche Beschichtung danach aufkommt, ob Epoxidharz, Polyurethan oder ein Aufbau mit Quarzsandeinstreuung für mehr Rutschhemmung, richtet sich nach der Nutzung. Die Systemwahl beschreibt unsere Seite Industrieboden im Detail.
Tausalz in Ladezonen: erst Beton instand setzen
An Toren, Rampen und Ladezonen kommt im Winter Salzwasser mit Lkw und Staplern herein. Über die Jahre wandern Chloride in den Beton und greifen die Bewehrung an. Sichtbar wird das an Rostfahnen, Abplatzungen über den Bewehrungseisen und hohl klingenden Stellen. Hier einfach mit einer Beschichtung drüberzugehen, wäre ein Fehler, denn unter der neuen Schicht rostet der Stahl weiter.
Den Chloridgehalt bestimmt ein Sachverständiger oder ein Labor, daraus ergibt sich das Instandsetzungskonzept. Wir prüfen den Untergrund vor Ort und setzen das Konzept um: belasteten Beton abtragen, Bewehrung freilegen, entrosten und schützen, Fehlstellen reprofilieren. Erst dann kommt die Beschichtung, die das Salz künftig vom Beton fernhält. Die Instandsetzung selbst gehört zu unserer Betonsanierung. Wie Chloride im Beton wirken, erklärt der Beitrag Chlorid im Beton.
Sanieren in Abschnitten neben der Produktion
Kaum ein Betrieb kann seine Halle für eine Sanierung leer räumen. Wir teilen die Fläche deshalb gemeinsam mit Ihnen in Abschnitte auf, abgestimmt auf Regalreihen, Fahrwege, Maschinen und Schichtzeiten. Ein Abschnitt wird gesperrt, saniert und beschichtet, die übrigen Bereiche arbeiten weiter. Laute und staubige Arbeiten legen wir zeitlich so, wie es zu Ihrem Ablauf passt, Absperrungen und Umleitungen der Fahrwege planen wir vorher mit Ihrer Betriebsleitung.
Zu den Kosten: Eine strapazierfähige Beschichtung für Industrie- und Werkstattböden liegt bei ca. 50 bis 90 €/m² netto, besonders anspruchsvolle Aufbauten bei bis zu 120 €/m² netto. Abtrag, Reprofilierung und Fugenarbeiten kommen je nach Schadensbild hinzu und werden nach Aufmaß einzeln ausgewiesen. Verbindlich ist immer unser Angebot. Auf den neuen Oberbelag können Sie optional eine Gewährleistungsverlängerung auf 10, 15 oder 20 Jahre zum Festpreis vereinbaren, auf Wunsch abgesichert über eine Gewährleistungsbürgschaft.
Kontakt
Schicken Sie uns Fotos der Schäden, einen Hallenplan mit den Flächen und eine kurze Beschreibung der Nutzung: Stapler, Regale, Chemikalien, Nassbereiche. Liegen Gutachten oder Untersuchungen zum Beton vor, legen Sie diese bei. Wir sichten die Unterlagen, rufen Sie an und vereinbaren bei Bedarf eine Begehung. Danach erhalten Sie ein Angebot mit Bauabschnitten und einzeln ausgewiesenen Positionen für Abtrag, Instandsetzung und Beschichtung.
Bodenbeschichtungs-Finder
Für Hallen und Industrieflächen liefert der Finder einen ersten Richtpreis für die neue Beschichtung. Sanierungsarbeiten am Beton kommen nach Aufmaß hinzu.
Häufige Fragen
Lohnt sich die Sanierung oder muss neu betoniert werden?
Solange die Bodenplatte tragfähig ist und die Schäden in den oberen Zentimetern sitzen, ist die Sanierung fast immer schneller und günstiger als ein neuer Boden. Neu betonieren wird erst nötig, wenn die Platte gebrochen, abgesackt oder großflächig zerstört ist. Das klären wir bei der Begehung.
Kann auf eine alte Hallenbeschichtung neu beschichtet werden?
Nur wenn die alte Schicht fest haftet und das neue System dafür freigegeben ist. Lose, blasige oder ölgetränkte Altschichten entfernen wir durch Kugelstrahlen oder Fräsen vollständig, bevor neu aufgebaut wird.
Wie lange steht die Halle während der Sanierung still?
Als Ganzes im besten Fall gar nicht. Wir sanieren in Abschnitten, die übrigen Bereiche arbeiten weiter. Wie lange ein einzelner Abschnitt gesperrt ist, hängt von Fläche, Schadensumfang und Aushärtezeit ab und steht vorab im Bauablaufplan.
Was hilft gegen immer wieder ausbrechende Fugenkanten?
Die Kanten sauber nachschneiden, mit belastbarem Material neu aufbauen und die Fuge elastisch schließen. Bei sehr starkem Staplerverkehr kommt ein Kantenschutz dazu. Nur Fugenmasse nachzufüllen, hält an solchen Stellen selten lange.
Wird der Staub beim Fräsen und Strahlen abgesaugt?
Ja. Fräse, Kugelstrahlgerät und Schleifmaschinen arbeiten mit Absaugung direkt an der Maschine. Empfindliche Nachbarbereiche trennen wir zusätzlich mit Staubschutzwänden ab.
Lassen sich Risse in der Hallenplatte dauerhaft schließen?
Ruhende Risse ja, sie werden kraftschlüssig mit Harz verfüllt. Risse, die sich noch bewegen, bekommen eine Fugenausbildung, damit die neue Beschichtung nicht genau darüber wieder aufreißt.
Wer stellt fest, ob Chloride im Hallenboden stecken?
Das bestimmt ein Sachverständiger oder ein Labor, oft im Rahmen eines Gutachtens zur Ladezone oder zum ganzen Boden. Wir prüfen den Untergrund vor Ort und setzen das daraus abgeleitete Instandsetzungskonzept um.
Welche Angaben braucht HBS für ein Sanierungsangebot?
Fotos der Schäden, einen Hallenplan mit Flächen, Angaben zu Staplern, Lasten und Chemikalien sowie vorhandene Gutachten. Damit rufen wir Sie an und klären, ob vor dem Angebot eine Begehung nötig ist.
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