Balkon, Fassade und Dach in einem Zug: wo die Ersparnis wirklich liegt
Alles auf einmal sanieren klingt teuer. Oft ist es das Gegenteil. Wo bei einer gemeinsamen Sanierung tatsächlich Geld gespart wird, in welcher Reihenfolge die Gewerke laufen und wo die Ersparnis ein Märchen ist.
Bei vielen Wohnanlagen läuft es so: Erst kommen die Balkone dran, weil der Beton abplatzt. Drei Jahre später die Fassade, weil der Anstrich kreidet. Dann das Flachdach, weil es durchtropft. Jedes Mal ein neues Gerüst, eine neue Baustelleneinrichtung, eine neue Ausschreibung und eine neue Runde Ärger mit den Bewohnern.
Die Alternative ist, die Arbeiten zu bündeln. Das spart nicht automatisch an jeder Stelle, aber an einigen ganz erheblich. Hier ein ehrlicher Blick darauf, wo das Geld wirklich bleibt.
Das Gerüst wird nur einmal bezahlt
Der größte einzelne Hebel ist das Gerüst. Auf- und Abbau, Transport, Verankerung, bei hohen Häusern die Statik und oft eine Genehmigung für den öffentlichen Raum: Diese Kosten fallen bei jeder Maßnahme erneut an, egal ob danach ein Balkon oder eine ganze Fassade bearbeitet wird. Was ein Gerüst grob kostet und wovon der Preis abhängt, steht im Beitrag Gerüstkosten pro m².
Wird das Gerüst einmal gestellt und alle Gewerke nutzen es nacheinander, fällt dieser Block nur einmal an. Die Standzeit wird zwar länger, aber die Miete für ein paar zusätzliche Wochen ist in der Regel deutlich günstiger als ein zweiter kompletter Auf- und Abbau. Bei uns kommt das Gerüst aus derselben Hand wie die Arbeiten, was Abstimmung und Standzeit einfacher macht.
Baustelleneinrichtung, Planung und Verwaltung
Neben dem Gerüst gibt es eine ganze Reihe von Kosten, die pro Baustelle anfallen und nicht pro Quadratmeter: Container, Bauzaun, Strom und Wasser, Toiletten, Absperrungen, Anfahrt der Kolonnen. Dazu kommt der Aufwand auf Seiten der Gemeinschaft: Ausschreibung, Beschluss, Bauüberwachung, Abnahme. Jede dieser Runden kostet Zeit und, wenn ein Planer beteiligt ist, Honorar.
Eine gemeinsame Maßnahme bündelt das. Ein Beschluss, eine Ausschreibung, ein Zeitplan, eine Abnahme. Für die Verwaltung ist das mindestens so viel wert wie die eingesparten Euro.
Die Reihenfolge, die Nacharbeit verhindert
Die zweite große Ersparnis ist unsichtbar: Arbeit, die nicht doppelt gemacht werden muss. Wer die Fassade streicht und zwei Jahre später die Balkone saniert, beschädigt zwangsläufig den frischen Anstrich an den Anschlüssen. Wer erst dämmt und dann merkt, dass die Balkonplatten erneuert werden müssen, schneidet die neue Dämmung wieder auf.
In einem Zug sieht die Reihenfolge meist so aus: Zuerst wird der Beton an Balkonplatten, Brüstungen und Stirnseiten instand gesetzt. Dann folgen die Abdichtung der Balkone und die Anschlüsse an die Wand, etwa mit Abdichtung mit Flüssigkunststoff. Danach kommt die Fassadendämmung, sofern sie geplant ist, oder die Putzinstandsetzung. Den Abschluss bilden Anstrich und Montage von Geländern und Blechen.
Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf, und nichts Fertiges wird wieder angefasst. Dazu kommen Details, die nur bei gemeinsamer Planung sauber werden: Wie dick wird die Fassade mit Dämmung, und reicht dann noch der Überstand der Fensterbänke? Wo sitzt die Abdichtung am Balkon im Verhältnis zum neuen Putz?
Das Flachdach gleich mitnehmen
Steht ohnehin ein Gerüst, ist das Flachdach leicht erreichbar. Material und Werkzeug kommen über das Gerüst oder einen Aufzug nach oben, ohne dass eigens ein Kran bestellt werden muss. Für Wohnblocks mit Flachdach bieten wir die Flachdach-Regeneration mit faserverstärktem Flüssigkunststoff an. Dabei bleibt der vorhandene Aufbau liegen, die neue Schicht wird auf die bestehende Fläche aufgebracht. Es gibt keinen Abriss und keine offene Dachfläche über bewohnten Wohnungen.
Wichtig ist die Abstimmung an der Attika, also dem Rand, wo Dach und Fassade sich treffen. Werden beide zusammen bearbeitet, passen Anschluss, Abdeckung und Anstrich zusammen. Ob ein Dach für die Regeneration geeignet ist, klären wir immer bei einem Termin vor Ort.
Wo es keine Ersparnis gibt
Ehrlich bleibt: Die Quadratmeterpreise für Beschichtung, Putz oder Dämmung sinken durch die Bündelung kaum. Ein Balkon braucht dieselbe Menge Material und dieselbe Arbeitszeit, egal ob nebenan die Fassade gestrichen wird. Die Ersparnis entsteht bei den Kosten, die pro Baustelle anfallen, und bei vermiedener Nacharbeit, nicht bei der eigentlichen Leistung.
Außerdem steigt die Summe, die auf einmal beschlossen und finanziert werden muss. Für manche Gemeinschaften ist das der Knackpunkt. Dann ist es besser, die Arbeiten in Abschnitte zu teilen, die trotzdem zusammenpassen. Wie das geht, zeigt der Beitrag Sanierung in Abschnitten planen.
Wann Trennen sinnvoller ist
Nicht jede Maßnahme muss in ein Paket. Ist nur ein einzelner Balkon akut geschädigt, wartet man nicht auf die große Sanierung. Ist das Dach dicht und in gutem Zustand, gibt es keinen Grund, es nur wegen des Gerüsts anzufassen. Und wenn die Fassade erst vor wenigen Jahren gestrichen wurde, reicht es oft, die Anschlüsse an den Balkonen sauber auszubessern.
Die Faustregel: Zusammenlegen lohnt sich, wenn mehrere Bauteile in den nächsten Jahren ohnehin fällig werden und dasselbe Gerüst brauchen.
Um das herauszufinden, gehen wir mit der Verwaltung einmal um das ganze Haus und aufs Dach. Wir schauen uns Balkonunterseiten, Brüstungen, Putzflächen, Fensteranschlüsse und die Dachfläche an und schreiben auf, was in welchem Zeitraum fällig wird. Daraus ergibt sich fast von selbst, welche Arbeiten in ein Paket gehören und welche nicht. Manchmal ist das Ergebnis auch, dass nur die Balkone und die Attika zusammen gemacht werden und die Fassade noch einige Jahre hält. Auch das ist eine gute Nachricht für die Rücklage.
Ein Ansprechpartner, ein Zeitplan
Wir führen Betonsanierung, Balkonabdichtung, Dämmung, Putz, Fassadenanstrich und Flachdach-Regeneration selbst aus. Für die Verwaltung bedeutet das: ein Vertrag, ein Bauleiter, eine Abnahme. Einen ersten Eindruck der Balkonkosten liefert der Balkon-Kostenrechner.
Für ein Angebot schicken Sie uns Fotos, Pläne, ein Gutachten oder das Leistungsverzeichnis. Wir prüfen alles und melden uns telefonisch, wenn ein Termin vor Ort nötig ist. Bei größeren Balkonsanierungen und beim Flachdach kommen wir immer vorbei. Mehr zur Leistung lesen Sie auf der Seite Wohnblock- und Hochhaussanierung.
Balkon-Kostenrechner
Neuaufbau oder Beschichtung, Gerüst und Geländer: Kosten je Balkon. Die Angaben übernehmen Sie mit einem Klick in Ihre Anfrage.
Häufige Fragen
Wie viel spart man, wenn man alles auf einmal saniert?
Pauschal lässt sich das nicht beziffern. Gespart wird vor allem beim Gerüst, bei der Baustelleneinrichtung und bei Arbeiten, die sonst doppelt gemacht würden. Die Preise je Quadratmeter für die eigentliche Leistung bleiben ähnlich.
In welcher Reihenfolge werden Balkon, Fassade und Dach saniert?
In der Regel erst Betoninstandsetzung, dann Abdichtung der Balkone, danach Dämmung oder Putz und zum Schluss Anstrich und Geländer. Das Flachdach wird parallel bearbeitet, die Anschlüsse an der Attika werden mit der Fassade abgestimmt.
Wird bei der Flachdach-Regeneration das alte Dach entfernt?
Nein. Der vorhandene Aufbau bleibt liegen, wir bringen faserverstärkten Flüssigkunststoff auf die bestehende Fläche auf. Ob das Dach geeignet ist, prüfen wir bei einem Termin vor Ort.
Können wir trotzdem in Abschnitten sanieren?
Ja. Wichtig ist, dass die Abschnitte so geschnitten sind, dass das Gerüst möglichst nur einmal je Fassadenseite steht und nichts Fertiges wieder beschädigt wird.
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